Die SIR in der Werft

Termin in der Werft

Heute Termin mit Christoph Hagenmeier von der Steinlechner Werft auf der „Sir“.
Er war sehr positiv überrascht, wie gut der Rumpf den Untergang verkraftet hat. Der Lack außen muss nicht erneuert werden, der ist noch völlig ok.

Im Achterschiff, wo der Motor war, sieht es dagegen nicht so gut aus. Aber das habe ich schon bei den Abrissarbeiten der Möbel gesehen. Einige Spanten sind gebrochen, viel Brettchen und Leisten und Baumwolle um die Lecks so gut wie möglich zu versorgen. Man kam wegen dem Motor nie in diesen Bereich ran. Nun, wo der Motor raus ist, kann man alles gut sehen und kommt gut ran. Da machen wir alles neu.

Er will noch ins Achterschiff krabbeln um vor allem den Bereich um den Wellendurchbruch anzusehen. Das könnte nochmal spannend werden. 
Das Motorfundament ist gut und kann wieder verwendet werden. Den Unterbau des Cockpits machen wir wohl stabiler und besser.

Das riesige Schaltpult im Cockpit fliegt raus, das schafft Platz. Die notwendigen Bedienelement und Anzeigen kommen ganz schlank an den Besanmast.
Christoph empfiehlt insgesamt alles schlank und einfach zu machen. Weniger ist mehr. Nur die notwendigen Instrumente wie Logge und Lot werden erneuert.
Lichter natürlich noch.

Auch innen sieht der Rumpf gut aus. Im  Salon sind  einige Decksbalken kaputt – nichts großes.
Bei der Maschine haben wir uns auf 30- 40 PS Diesel verständigt. Natürlich muss die Tankanlage und die Auspuffanlage neu gemacht werden. So viele Rumpfdurchlässe wie möglich wollen wir schließen und die, die nötig sind, bekommen neue Seeventile. 

Christoph ist der Ansicht, dass die „Sir“ zu schade fürs Verschrotten ist. Dazu ist sie insgesamt in zu gutem Zustand. Der Großmast hat im Topp gelitten. Bei de Masten müssen bald abgezogen werden, damit sie trocknen können.
Allzu lange sollte das Schiff nun nicht mehr auf dem Freigelände stehen. Wenn es nun warm wird, dann trocknet sie zu schnell aus und der Lack am Rumpf bekommt Risse. Christoph will sie spätestens Mai in die Halle holen, damit sie nicht in der Sonne steht.

Nun gilt es das Crowd Funding auf den Weg zu bringen, damit wir den Startschuss für die Instandsetzung bei der Werft geben können.
Hilf mit!

Rational…….

Rational betrachtet ist es völliger Blödsinn, ein 110 Jahre altes Holzschiff nach einem Untergang wieder Instand setzen zu wollen.
Rational betrachtet gibt es viele andere Schiffe, die man kaufen könnte.
Aber was ist beim Segeln schon rational??
Die pure Lebensfreude, wenn der Wind die Haare wuschelt, der Bug das Wasser kraftvoll zur Seite  wirft und die Bugwelle rauschen lässt?
Nein, es ist nicht rational. Es ist Leidenschaft und Lebensfreude.

Die „Sir“ braucht Hilfe.

Die Idee, ein Crowd Funding Projekt zu starten um die Instandsetzungskosten zu bestreiten, reift jeden Tag weiter. So machen wir es.
Wie beim Segeln auch: Einer für alle und alle für einen.

Oder im übertragenen Sinne:

Das Schiff für die Crew – die Crew für das Schiff.

Die Kojen nach dem Untergang

Nachdenken …

07.02.2021

Nach langem Nachdenken wird mir klar, dass die Frage nie war, ob die „Sir“ wieder segeln wird.
Die Frage muss richtig lauten: Wie ist das zu bewerkstelligen?
Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch kann ich aber heute sagen:
Es ist entschieden! Die „Sir“ wird wieder segeln.
Es  fühlt sich gut und richtig an.

Abenteuer oder Krise?

„Eine Krise ist ein nicht akzeptiertes Abenteuer –
das Abenteuer ist eine akzeptierte Krise“
– der großartige Patrick Piccard –
In vielen Vorträgen, Trainings und Coachings habe ich ihn zitiert.
Glaube ich an das, was er sagt?
Habe ich die Krise, die Instandsetzung schon akzeptiert?
Es wird ein Abenteuer. Ein echtes Abenteuer.
Ausgang ungewiss, es kann immer scheitern und schiefgehen.
Viele Herausforderungen, Mühen.

Aber auch viele kleine Siege, Triumphe wenn wieder ein Stück geschafft ist.
Bis hin, wenn sie wieder zu Wasser gelassen wird, die Masten stehen und sich die weißen Segel füllen. 
Ja, es ist ein Abenteuer.
Abenteuer brauchen Mut.
Mut bedeutet nicht ohne Angst vorm Scheitern zu handeln.
Mut bedeutet trotz Angst zu handeln.