Frachtsegeln, was ist das?

Ein Herzensthema

In den letzten Jahren ist das Thema Umwelt und dessen Schutz immer mehr in meinen Blickwinkel gerutscht. Zu meiner Herzensangelegenheit ist das Thema Frachtsegeln geworden. Hier möchte ich unser Schiff, die „Sir Shackleton“, zu einem Botschafter des Frachtsegelns werden lassen.

Warum? Schauen wir mal auf die Karte.


Webseite https://www.marinetraffic.com/de

Was Du hier siehst ist der aktuelle Schiffsverkehr in der Welt. Wenn Du in der linken Spalte den Filter aktivierst und nur Frachter und Tanker auswählst, kannst Du sehen, wie viele davon in diesem Moment auf den Meeren der Welt unterwegs sind, denn das sind Echtzeit-Positionsdaten der Schiffe. 
Derzeit erfolgt etwa 90% des Welthandels über den Seeweg. (Quelle: Umwelt-Bundesamt)

Die großen Containerfrachter und Öltanker werden zum großen Teil mit Schweröl, den Rückstandsölen aus der Raffinerie, betrieben. Diese enthalten deutlich mehr Schwefel und andere Schadstoffe, zum Beispiel Schwermetalle, als Kraftstoffe, die an Land eingesetzt werden. Entsprechend belasten die Schiffsabgase die Luftqualität in Hafenstädten und Küstenregionen besonders mit Schwefeloxiden (SOx) Stickstoffoxiden (NOx) sowie Ruß und Feinstaub. (Quelle: Umwelt-Bundesamt


Die Frage ist:

– Müssen wir so viel Waren um die Welt transportieren?
– Könnten wir die Waren, die wir transportieren müssen, nicht umweltschonender transportieren?

Ein modernes Containerschiff rast mit etwa 18 bis 20 Knoten über den Ozean. Die weltgrößte Container-Reederei Maersk hat einmal ausgerechnet, was so ein Dampfer an Sprit sparen würde, wenn er einfach langsamer führe.
Bei 20 Knoten liegt der Brennstoffverbrauch bei 100 Tonnen pro Tag. Bei 16 Knoten Fahrt sind es knapp unter 60 Tonnen pro Tag.

Die Menschen segeln seit Jahrtausenden. Der älteste Nachweis eines Segels ist eine Felszeichnung in der nubischen Wüste, die um ca. 5000 v. Chr. entstand, und die Darstellung auf einer ägyptischen Totenurne aus Luxor. Es gibt jedoch Thesen, dass bereits noch früher mit Schilfbooten über den Atlantik gesegelt wurde.
Natürlich ist es unsinnig in unserer Zeit auf moderne Technik in der gewerblichen Seefahrt zu verzichten, allein aus Sicherheitsgründen wäre das absurd. 
Aber angesichts des Klimawandels ist es wichtig, Schäden an der Umwelt zu vermeiden, wo es geht. Und auch scheinbar kleine Ansätze sind dabei wertvoll.
Warum sollten wir also nicht versuchen den Teil der Waren zu identifizieren, die wir tagtäglich über die Weltmeere transportieren, der auch unter Segel transportiert werden könnte?
Waren, die nicht verderblich sind. Waren, die mit Blick auf die Alltagsversorgung zeitlich unkritisch sind. Waren, die keine Eile haben.

Die Verbraucher in Europa und zunehmend in der Welt entwickeln eine immer größer werdende Wahrnehmung und ein wachsendes Bewusstsein für den  Klimawandel und die Folgen. Sie beginnen ihren Konsum nach zunehmend ökologischen Aspekten zu gestalten, fragen gezielt nach, woher etwas kommt und ob es umweltschützend hergestellt wurde.
Diese Konsumenten werden zukünftig auch fragen, wie Waren transportiert wurden, um auch hier ihrem wachsenden Umweltbewusstsein gerecht zu werden. 



Es gibt erste Unternehmen, die den Warentransport auf dem Seeweg unter Segel anbieten. 

Timbercoast aus Elsfleth:

https://timbercoast.com/de/ (transportieren seit 7 Jahren Fracht über den Atlantik)

Fairtransport aus Holland: 

https://fairtransport.eu (betreiben 2 Segelschiffe, mit denen sie Fracht transportieren)

Blueschoonercompany: 

https://blueschoonercompany.com

Sail Cargo aus Punta Arenas: 

https://www.sailcargo.org/ (bauen gerade ein Frachtsegelschiff aus Holz)

Ecoclipper aus Holland:

https://ecoclipper.org (planen den Bau eines Frachtsegelschiffs)

Wir möchten auf die Möglichkeiten und Chancen aufmerksam machen, die das Frachtsegeln bieten. 



Die „Sir Shackleton“ ist deswegen ein Botschafter für das Frachtsegeln und möchte die Geschichte dazu hier in Bayern erzählen.
Dazu wird sie tatsächlich Fracht über den Ammersee segeln. 
Geplant ist eine Linie, die zunächst einmal im Monat mit Gästen und Mitseglern Waren, die aus Dießen am Ammersee stammen, verlädt und nach Herrsching bringt.
Auf dem Rückweg wird natürlich wieder Fracht transportiert, diesmal von Herrsching nach Dießen und natürlich sollen es Waren sein, die in Herrsching hergestellt wurden. 

Weitere Linien nach Utting und Stegen sind geplant.
Die Frachttörns bieten wir im Rahmen unseres Törnplanes an und es ist jeder herzlich willkommen mit zu fahren und anzupacken. 

Hast Du Waren, die Du über denn See transportieren willst? Ruf und an und buche eine Passage auf der „Sir Shackleton“.